Kaum etwas macht Brautpaare im Vorfeld nervöser als der Wetterbericht. Dabei kann man dem Thema ziemlich entspannt entgegensehen. Hier erzähle ich euch, warum und was ihr vorbereiten könnt.
Ist Regen am Hochzeitstag wirklich schlimm?
Meistens nicht. Gegen das Wetter könnt ihr nichts tun, außer euch vorzubereiten. Und genau das nimmt dem Thema die Schwere. Wer einen Plan hat, muss nicht jeden Tag vorher auf die Wetter-App starren.
Was klärt ihr mit der Location?
Auch wenn bei euch alles draußen geplant ist: Fragt die Location immer, ob es eine Indoor-Möglichkeit gibt. Wo könnte die Trauung stattfinden, wo der Empfang, wo könnten wir Fotos machen? Wenn ihr das früh wisst, ist der Regen am Tag selbst nur noch eine Planänderung und keine Krise.
Welche Ausrüstung hilft?
Packt rechtzeitig Regenschirme ein, nicht erst am Morgen. Es gibt außerdem transparente Regenschirme, die mehr Licht durchlassen. Damit werden die Bilder schöner, als man denkt.
Wer Wechselkleidung hat, ist noch einen Schritt weiter. Wenn ihr für die Feier danach ein zweites Kleid dabeihabt, ist es nicht mehr so dramatisch, wenn das Traumkleid nass wird. Und dann entstehen mit etwas Mut richtig gute Bilder.
Auch bei Regen bekommt ihr Bilder. Es ist nie ein Grund, auf Fotos zu verzichten.
Was ist mit den Paarfotos im Regen?
Das kommt darauf an, wie ihr drauf seid. Wenn es in Strömen regnet, setzen manche Paare sich liebend gern einfach hinaus, und dann entstehen ein paar Bilder, die man sonst nie bekommen würde. Das ist aber natürlich eine Frage der Überwindung, und niemand muss das tun.
Wenn euch das zu viel ist, suchen wir uns in der Location geschützte Orte oder arbeiten mit Regenschirmen. Vielleicht sind das nicht die Bilder, die ihr euch gewünscht habt. Aber es ist immer noch kein Grund, dass ihr gar keine Bilder bekommt.
Und wenn der Regen aus dem Nichts kommt?
Eine Hochzeit ist mir dazu besonders in Erinnerung geblieben. Den Wetterbericht schaue ich mir als Fotograf immer schon am Tag vorher an, und auch am Hochzeitstag selbst deutete nichts auf Regen hin. Die Trauung fand im Trauzimmer einer alten Stadtvilla statt, die Sonne schien durch die Fenster, es war ein wunderschöner Sommertag.
Danach sind wir zur Location für die Paarfotos gefahren. Ein außergewöhnlicher Ort war das eigentlich nicht: ein Feld mit einem großen Baum. Aber genau dort hatten die beiden ihr erstes Date, und solche Orte mit persönlichem Hintergrund sind für Bilder immer schön, vor allem für das Paar selbst.
Wir sind losgelaufen, Richtung Feld, und haben erst dann am Horizont die dunklen Wolken gesehen. Vielleicht ein, zwei Minuten blieben uns noch ohne Regen, dann hat es in Strömen angefangen. Die Trauzeugin war richtig schnell: Sie ist zurück zum Parkplatz gerannt und mit einem Regenschirm wiedergekommen.
Da muss man dann einmal durch. Es war erst ein kleiner Schock, und dann vor allem zum Lachen, weil man ohnehin keinen Einfluss darauf hat. Die beiden haben ein bisschen herumgealbert, und am Ende sind trotzdem sehr schöne Bilder entstanden. Vielleicht nicht die Sonnenbilder, die man sich vorgestellt hatte, und zu der Zeit war gerade der Boho-Stil sehr angesagt. Aber es waren echte, ungestellte Bilder mit echten Emotionen und dem echten Wetter.
Wie bleibt ihr am Tag selbst entspannt?
Wenn ihr vorbereitet seid, bleibt am Hochzeitstag nur noch eines: den Tag nehmen, wie er kommt. Ihr feiert, ich kümmere mich um die Bilder, und wir finden gemeinsam die beste Lösung für das Wetter, das wir bekommen.
Kurz gesagt
- Regen ist kein Weltuntergang. Ändern könnt ihr ihn nicht, vorbereiten schon.
- Klärt mit der Location, ob es auch eine Indoor-Möglichkeit gibt, selbst wenn alles draußen geplant ist.
- Packt rechtzeitig Regenschirme ein, am besten auch transparente.
- Mit Wechselkleidung für die Feier darf das Traumkleid ruhig nass werden.
- Regen kann auch aus heiterem Himmel kommen. Mit Schirm und Humor entstehen trotzdem echte Bilder.
- Auch bei Regen gibt es Bilder. Vielleicht nicht die, die ihr euch vorgestellt habt, aber oft ganz besondere.
